Islamkommission
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Bitte erfragen bei: Rev. Jage-Bowler, Tel./Fax: 304 12 80
Bericht über die Arbeit der Islamkommission des ÖRBB 2006 - 2009
Berichte der Mitglieder:
1. DITIB (Bericht von Ender Cetin)
GRÜNDUNG UND STRUKTUR
Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V – DITIB wurde in der Mitgliederversammlung vom 05.07.1984 in Köln nach bürgerlichem Recht für die Koordinierung der religiösen, sozialen und kulturellen Tätigkeiten der angeschlossenen Vereine als bundesweiter Dachverband gegründet. Im Gründungsjahr waren 230 Vereine angeschlossen, mittlerweile sind es 870. Die angeschlossenen Ortsgemeinden sind rechtlich und wirtschaftlich selbstständige eingetragene Vereine, die die gleichen Prinzipien und satzungsgemäßen Zwecke der DITIB verfolgen und die DITIB als Dachverband anerkennen. DITIB ist heute die mitgliederstärkste Migrantenorganisation in der Bundesrepublik Deutschland und ist zu einem anerkannten Glied in der Kette der anderen Anstalten und Einrichtungen mit religiöser und sozialer Zielsetzung in der Bundesrepublik Deutschland, und so zu einer wichtigen Säule der Gesellschaft, geworden. Umfragen zufolge, vertritt die DITIB über 70% der in Deutschland lebenden Muslime.
INTERRELIGIÖSER DIALOG
Die Türkisch Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. legt großen Wert auf die Werte, die für den Islam von großer Bedeutung sind und die auch als universelle Werte geschätzt werden. Sie sind Prinzipien wie Respekt vor Menschen mit anderen religiösen und weltanschaulichen Ansichten, Dialog und Toleranz. Auf der Grundlage dieser Werte ist der DITIB und ihren Moscheegemeinden vor Ort sehr wichtig, daß die Atmosphäre der Begegnung und des Dialogs zwischen den Anhängern der verschiedenen Religionen, vor allem der Christen in Deutschland, die die Mehrheit der Bürger bilden, gepflegt wird: Konzipierung und Durchführung interkultureller und interreligiöser Projekte Veranstaltung von „Tag der Offenen Moschee" Gemeinsame Friedensgebete Interreligiöse Seminare und Vorträge Moscheeführungen Ausbildung von ehrenamtlichen Dialogbeauftragten in den Gemeinden Veranstaltung zum gemeinsamen Fastenbrechen (Iftar) im Fastenmonat Ramadan mit Gästen aus verschiedenen Religionsgemeinschaften, Politik, Medien, Unternehmervereinigungen und Gesellschaft Brückenschlag zwischen Angehörigen verschiedener Religionen Förderung der interreligiösen Begegnung Beteiligung an interreligiösen Arbeitsgruppen und an Kirchentagen Publikationen über Aktivitäten im interreligiösen Dialog Publikationen zur sachgemäßen Darstellung des Islam
2. INSSAN - Projekte
Anfang Mai 2002 wurde der Verein gegründet, um sich gemeinsam für das Zusammenleben der Menschen in diesem Land und die Integration der Muslime zu engagieren.
Der Islam, seine Grundsätze, sein Menschenbild, seine Ethik und Moral und die deutsch-europäische Geistes- und Kulturgeschichte, ihre Grundwerte, wie sie in dem deutschen Grundgesetz ihren Niederschlag finden, sind die Ausgangspunkte unseres Engagements.
Wir stehen mitten in der Gesellschaft und suchen die enge Zusammenarbeit und Kooperation mit anderen Vereinen und Organisationen, die unsere Ziele teilen.
Unter anderem kooperieren wir auch mit christlichen Einrichtungen und führen verschiedene interreligiöse Dialoge.
Projekte mit Christen
- Katholische Akademie
Vorträge und Veranstaltungen zu den Inhalten der jeweils anderen Religion finden zwischen der Katholischen Akademie Berlin und Inssan regelmäßig statt.
Im Juni 2004 hielt Ernst Pulsfort von der Katholischen Akademie – der auch Beiratsmitglied von Inssan ist – vor den Mitgliedern von Inssan einen Vortrag über die Inhalte der Dreifaltigkeit.
Im Oktober 2004 wollten Inssan und die Katholische Akademie mit den beiden Vortragsveranstaltungen „Gewaltlosigkeit – Ein Weg für ein Leben nach dem Evangelium und dem Koran?“ an die friedlichen Botschaften der Heiligen Bücher erinnern. Um deutlich zu machen, dass beide Religionen in dieser Sache an einem gemeinsamen Strang ziehen, sprachen der christliche Referent bei INSSAN und der Muslim in der Katholischen Akademie. - Evangelische Akademie Loccum
Die Evangelische Akademie Loccum lud im Dezember 2004 zur Tagung: „Wie weit geht Religionsfreiheit?“. Es wurde in angenehmer Atmosphäre über religiöse Symbole im öffentlichen Raum diskutiert. INSSAN-Vorstandsmitglied Lydia Nofal hatte Gelegenheit, den Verein und seine Arbeit vorzustellen. Im Rahmen der Podiumsdiskussion zum Thema: „Wie soll Religion im öffentlichen Bereich vertreten sein?“ plädierte sie dafür, Religion – jede Religion – als eine wertvolle Bereicherung der Gesellschaft zu betrachten und ein weiteres Zurückdrängen in den privaten Bereich zu verhindern. INSSAN wünsche sich statt gesetzlichen Vorschriften, Möglichkeiten um Vertrauen auf- und Klischees abzubauen. - Evangelische Akademie Berlin
Auf Anfragen von Mitarbeitern der Evangelischen Akademie nahm Inssan bereits an zahlreichen Veranstaltungen teil. Im Februar 2005 übernahm Inssan bei den religions-philosophischen Schulwochen in einer Schule im Friedrichshain die Vorstellung den muslimischen Teil. Schüler nahmen an einer Moscheeführung und anschließender Diskussion teil und in der Schule wurden verschiedene Vorträge gehalten. Im Mai 2005 hielt ein Vertreter von Inssan einen Vortrag zum Islam vor einer Seniorengruppe in Neuenhagen, der von den Zuhörern sehr interessiert aufgenommen wurde. - Erster Ökumenischer Kirchentag
Im Rahmen des Ökumenischen Kirchentages engagierte sich Inssan für den interreligiösen Dialog. Im Zelt „Jugend“ gestaltete und betreute Inssan den interreligiösen Teils und nahm an verschiedenen Podiumsdiskussionen teil. - St.-Christopherus Kirchengemeinde
Im Juni 2004 war Inssan zu der Podiumsdiskussion „Zusammenleben mit Muslimen vor Ort“ in der St-Christopherus-Gemeinde in Berlin-Neukölln eingeladen, um über den zu der Zeit aktuellen Kopftuchstreit sowie das geplante Bauvorhaben des Vereins zu diskutieren.
Nach dieser Diskussion gab es noch zwei weitere Treffen mit Vetreter /-innen der Gemeinde und Inssan, bei denen die soziale Lage Neuköllns und das Bauprojekt von Inssan die wichtigsten Gesprächsthemen waren. - Evangelisches Gemeindezentrum Hohenschönhausen
Ein Vertreter von Inssan hielt im November 2004 innerhalb eines interrelgiösen Dialogprojekts im ev. Gemeindezentrum in Hohenschönhausen einen Vortrag zur Gewaltlosigkeit im Islam, nachdem er auf dem Hinweg zur Veranstaltung von Rechtsradikalen angegriffen worden war. - Anglikanische Kirche
Auf Initiative von Christopher Jage-Bowler von der Anglikanischen Kirche in Berlin trafen sich Mitglieder seiner Gemeinde bei Inssan, um den Verein und die Muslime allgemein besser kennen zu lernen. Im Anschluss an das Gespräch organisierte Inssan einen kleinen Rundgang durch Moscheen und Vereine. Bei dem abschließenden Essen in einem arabischen Restaurant gaben alle Teilnehmenden ihrer Zufriedenheit Ausdruck und wünschten weitere Begegnungen.
Dialogprojekte mit verschiedenen religiösen Gruppen
- ICLS (Intercultural Communication and Leadership School)
Inssan ist verantwortlicher Partner der ICLS in Berlin. Im Februar 2005 organisierte der Verein gemeinsam mit christlichen und muslimischen Organisationen das erste Interkulturelle Seminarwochenende junger (christlicher, muslimischer und nicht konfessionell gebundener) Multiplikatoren in der Jugendarbeit. Die jungen Teilnehmer trafen sich, um sich in Konfliktmanagement, Interkultureller Pädagogik, Wertediskussionen und konfliktfreier Kommunikation fortzubilden und auch um sich gegenseitig kennen zu lernen.
Die Seminare von ICLS finden in Rom, Lyon, Bradford, Leicester, Berlin und in Java-Indonesien statt.
Die Teilnehmer bilden ein Interkontinentales Netzwerk gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und für den interkulturellen Dialog.
Für September 2005 ist ein zweites Seminar mit denselben Teilnehmern zum Thema Medien geplant, bei dem besonders der richtige Umgang mit den Medien erlernt werden soll. - Abrahams Garten
Das erste jüdisch-christlich-muslimische Freilichtmuseum soll in der Schorfheide in der Uckermark entstehen. Die evangelische Kirchengemeinde Angermünde stellt für die geplante Begegnungsstätte der Religionen und Weltanschauungen Land zur Verfügung, und im Organisationsteam des Vereins „Abrahams Garten“ arbeiten Muslime, Christen und Juden gemeinsam an der inhaltlichen Gestaltung und Umsetzung.
Die Gemeinsamkeiten der drei „abrahamitischen“ Religionen greifbar und erlebbar darzustellen ohne die Unterschiede und Konflikte zu verleugnen, ist das Ziel des Museumsprojekts.
Inssan arbeitet aktiv an der inhaltlichen Konzipierung des Gartens mit. - Projekt EPIL
Inssan unterstützte das Projekt European Project for Interreligious Learning (EPIL) mit dem Untertitel 'Learning to Live in a Europe of Many Religions'.
Im Mittelpunkt der Aktivitäten standen Seminare in fünf europäischen Ländern und des Nahen Ostens, an denen 25 Multiplikatorinnen für ein besseres multireligiöses Zusammenleben geschult wurden:
Als Folgeprojekt entstand die EPIL-Tochter IReNe (InterReligiöses Netzwerk: Frauen im Dialog). - Projekt Sarah Hagar
Auf gemeinsame Initiative der Journalistin und Rabbinerin Elisa Klapheck und der evangelischen Pfarrerin Gerdi Nützel wurde das interreligiöse Frauenprojekt gegründet, das sich auf die gemeinsamen Urmütter der abrahamitischen Religionen Sarah und Hagar beruft. Träger war die Überparteiliche Fraueninitiative Berlin, und die Finanzierung übernahm das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Inssan engagierte sich aktiv in dem Projekt und wurde offizieller Kooperationspartner.
Das Projekt, das im Oktober 2002 begann, schlug einen Bogen zwischen Religiösem und Politischem, der über das Projekt hinaus erhalten blieb. Zudem blieb ein funktionierendes Netzwerk verschiedener Frauenorganisationen und der gemeinsame Wunsch nach einem interreligiösen Lernhaus, welches im Moment kurz vor der Realisierung steht.
