Religiöse Gesellschaft der Freunde (Quäker)
Zur Geschichte
Die religiöse Bewegung der Quäker entstand Mitte des 17. Jahrhunderts in England, wo George Fox eine Gruppe von „Suchenden“ um sich sammelte.
Sie waren überzeugt, dass die Kirchen ihrer Zeit sich vom ursprünglichen Christentum entfernt hatten und in ihren rituellen Formen sowie im politischen Machtkampf erstarrt waren. Sie wollten den Geist der Urgemeinde wieder lebendig werden lassen.
Weltweit gibt es heute 200.000 Quäker, die meisten von ihnen in England und den USA. In Deutschland leben 300, im Bereich des ÖRBB etwa 30 Mitglieder.
Wer sind die Quäker?
Das Quäkertum ist eine spirituelle Gemeinschaft ohne Dogmen und Sakramente. Es verzichtet auf ein formuliertes Bekenntnis. Der Glaubenskern ist eine Mystik: In der schweigenden Andacht können die Freunde ohne jegliches Ritual Gott begegnen, indem sie sich innerlich „leer machen“. Dabei geben sie dem Wirken des Heiligen Geistes Raum (nach traditioneller Auffassung) oder sie versenken sich meditativ (bei nicht-theistischer Gottesvorstellung).
Auch außerhalb der gemeinsamen Andacht kann dem einzelnen Freund an einem beliebigen Ort zu irgendeiner Zeit und in einer beliebigen Situation spontan eine persönliche Offenbarung (z.B. als Vision) oder Erleuchtung zuteil werden. Solche Erfahrungen sind aber eher selten.
Die Überzeugung, dass in jeder Religion spezifische Aspekte des in seiner Ganzheit nicht erfassbaren Göttlichen verborgen sind und dass auch in jedem einzelnen Menschen „etwas von Gott“ - das innere Licht - lebendig ist, bewirkt eine tolerante Haltung gegenüber Andersdenkenden, vor allem aber die Ablehnung individueller und gesellschaftlicher Gewalt sowie obrigkeitlicher Bevormundung.
Praxis
Die Religiöse Gesellschaft der Freunde kennt keine Priester, Pastoren oder Prediger. Die notwendigen Dienste werden ehrenamtlich und zeitlich begrenzt von Mitgliedern ausgeübt, die nach dem Konsensprinzip vorgeschlagen werden. Dabei ist die Gleichberechtigung der Geschlechter selbstverständlich.
Der Glaube der Quäker muss sich in der Praxis bewähren. Kraft ihres grundsätzlichen Friedenszeugnisses bemühen sie sich um Gerechtigkeit auf verschiedenen Ebenen (Sozialarbeit, Konfliktlösungsmodelle, internationale Entwicklungshilfe, Aktivitäten in regionalen und globalen Gremien, u.a. UNO).
Religiöse Gesellschaft der Freunde (Quäker)
Planckstraße 20, 10117 Berlin
Tel.: 208 22 84
E-Mail: buero(at)quaeker.org
Internet: www.quaeker.org
Andacht:
Planckstraße 20, 10117 Berlin
sonntags 11.00 Uhr

