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Über den ÖRBB

Wann eigentlich beginnt die Geschichte des Ökumenischen Rates Berlin-Brandenburg (ÖRBB)? In den zurückliegenden Jahren? Oder nach 1945? Mit Beginn der ökumenischen Bewegung am Anfang unseres Jahrhunderts oder während der Erweckungsbewegungen? Vielleicht mit der Reformation? Oder im 11. Jahrhundert? In den ersten Jahrhunderten nach Christus? In Ost oder West, Nord oder Süd?

Dem ÖRBB geht die Geschichte jahrhundertealter kirchlicher Trennungen voraus. Sie zu überwinden und sich wieder einander anzunähern, haben sich auch die Kirchen dieser Region auf den Weg gemacht.

So ist der ÖRBB geprägt vom Willen, aufeinander zu hören, miteinander Gottesdienst zu feiern und gemeinsam zu handeln. Um die Verbindlichkeit dieser Zusammengehörigkeit deutlich werden zu lassen, wurde der Ökumenische Rat bewusst als eine Institution gegründet, in der die führenden Vertreter der Kirchenleitungen zusammenkommen.

Die im ÖRBB zusammengeschlossenen Kirchen wissen, dass es in Jesus Christus keine menschlichen Trennungen mehr gibt. Ökumene ist für sie eine Frage des Gehorsams gegenüber Gottes Wort und führt weit über die Kirchengemeinschaft hinaus in unsere Welt mit ihren Nöten und Sorgen. Der Weg zu den anderen, der sich im gemeinsamen Leben bewährt, ist vielfältig und spannungsvoll. Auf diesem Weg aber liegen die Zukunft und Befreiung, die Gott für uns Menschen innerhalb und außerhalb der Kirche bereithält.

Einiges von dem, womit sich der ÖRBB um eine gehorsame Ökumene bemüht, sei hier genannt:

*  Die Gebetswoche für die Einheit der Christen

Auch in Berlin-Brandenburg ist diese ökumenische Gebetswoche zu einem Ort wachsender ökumenischer Sensibilität geworden. Durch ihre zeitliche Nähe zur Allianzgebetswoche wird dies noch verstärkt. In Berlin findet im Januar auf Einladung der Römisch-katholischen Kirche ein vom ÖRBB getragener Gottesdienst in der St. Hedwigs-Kathedrale statt.

*  Nacht der offenen Kirchen

Seit dem Jahr 2000 organisiert der ÖRBB die Nacht der offenen Kirchen. Analog zur Langen Nacht der Museen öffnen in der Nacht von Pfingstsonntag zu Pfingstmontag die Kirchen ihre Türen und laden ein zu Gottesdiensten und Gesprächen, Führungen, Ausstellungen und Musik. Zwischen 100 und 150 Kirchen nehmen regelmäßig daran teil; durchschnittlich 15.000 Besucher nutzen dieses Angebot.

*  Berliner Fest der Kirchen

2006 lud der ÖRBB unter dem Motto "Auf gute Nachbarschaft"  zum ersten Ökumenischen Stadtkirchenfest auf dem Platz zwischen Marienkirche und Rotem  Rathaus die Berlinerinnen und Berliner und die Gäste der Stadt ein. Die guten Erfahrungen des ersten Ökumenischen Kirchentags 2003 in Berlin gaben den Anstoß dazu. An über 200 Marktständen,  mit einem bunten Bühnenprogramm, Gesprächsforen, einem ökumenischen open air-Gottesdienst und dem geistlichen Zentrum in der Marienkirche präsentierten sich die Berliner Kirchen in ihrer bunten Vielfalt und mit ihrem gesellschaftlichen Engagement. Über 10.000 Besucher folgten der Einladung. Ein großes Abschlusskonzert am Abend bildete den Abschluss. Das zweite Fest der Kirchen folgte im Jahr 2009. Dieser dreijährige Turnus soll beibehalten werden.
 

*  Die Ökumenische Arbeitsgemeinschaft der Freikirchen - ÖAF

Vertreter der Freikirchen gehören zu den Mitinitiatoren der ökumenischen Bewegung in Berlin. In ihren lokalen und regionalen Vereinigungen begegnen sich auch die Kirchen, die dem Weltkirchenrat oder dem ÖRBB nicht angehören. Freikirchen unterscheiden sich besonders durch Gemeindeverständnis und Frömmigkeitsstil von anderen Kirchen.

*   Der Internationale Konvent

Unter dem Dach des ÖRB begannen sich mit Beginn der achtziger Jahre die fremdsprachigen christlichen Gemeinden Berlins (West) zu sammeln. 1997 vereinigten sich die rund 80 Gemeinden zum „Internationalen Konvent Christlicher Gemeinden in Berlin und Brandenburg e.V.“ Sein Vertreter ist stimmberechtigtes Mitglied im ÖRBB. Auch der Konvent feiert während der Gebetswoche für die Einheit der Christen einen ökumenischen Gottesdienst. Ein besonderer Höhepunkt seines ökumenischen Wirkens ist das von ihm jährlich veranstaltete Fest der Völker.

*  Der Konziliare Prozess

Auch in Berlin-Brandenburg schlossen sich die Kirchen sowie Friedens-, Umwelt- und Dritte-Welt-Gruppen dem vom Weltkirchenrat ausgerufenen Konziliaren Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung an. So kam es zu den Ökumenischen Versammlungen in Dresden und Magdeburg (1988 bis 1989), in Berlin/West (1988) und im vereinigten Berlin (1994 und 1996). Zwar führten ihre Erklärungen und Beschlüsse zu sozialen, lokalen und internationalen Problemen nur wenig spürbare Veränderungen herbei. Doch setzte die im Konziliaren Prozess engagierte ökumenische Bewegung eine Verschärfung des gesellschaftlichen Gewissens in Gang.

*  Der Weltgebetstag (der Frauen)

Es war eine methodistische Frau, die unmittelbar nach dem Krieg den Weltgebetstag der Frauen in Berlin einführte. Er wurde und wird durch das Engagement der Komitees in immer mehr Gemeinden zu einer wirklichen Schule ökumenischen Denkens, Fühlens und Handelns. Längst ist der Weltgebetstag der Frauen zu einem Weltgebetstag (für alle) umbenannt und umfunktioniert worden.  

*  Das Ökumenisch-Missionarische Institut

Als Geschäftsstelle des ÖRBB ist das ÖMI ein unerlässliches Gesprächsforum für die Kirchen. Zugleich stellt es eine wichtige Schnittstelle zwischen Kirchenleitungs-Ökumene und Basis-Ökumene dar.

*  Dialogthemen

Mission und Evangelisation, die Konvergenzerklärung von Lima, die Friedensthematik (Förderung der Friedensdekaden) und die besonderen Beziehungen zu den Kirchen Osteuropas (CSSR-Seminare) waren in den achtziger Jahren Schwerpunkte der Arbeit des ÖRB. Die Kirchen der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft Berlin (DDR) wandten sich ähnlichen Themen zu und gewannen dabei durch ihre Situation als Minderheitskirchen ein ganz eigenes Profil. Gegenwärtig haben die theologische Verständigung innerhalb des ÖRBB sowie der Dialog mit der charismatischen und Pfingstbewegung und mit Vertretern des Islam an Bedeutung gewonnen. Ein wirkliches Gespräch mit den Jüdischen Gemeinden Berlin-Brandenburgs steht noch in den Anfängen. Darüberhinaus sind die Themen des konzialiaren  Prozesses  -  Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung" nach wie vor aktuell.