Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO)

Zur Geschichte

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) ging nach 1945 aus einer der Kirchenprovinzen der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union hervor und ist Gliedkirche der 1953 gebildeten Evangelischen Kirche der Union (EKU), deren Rechtsnachfolgerin die heutige Union Evangelischer Kirchen (UEK) ist.

Die Union wurde als Verbindung lutherischer und reformierter Gemeinden 1817 vom preußischen König Friedrich Wilhelm III. eingeführt. Die reformierten Gemeinden, deren Entstehung auch auf die Einwanderung von Franzosen, Holländern und Böhmen zurückgeht, haben ihre Eigenständigkeit inmitten mehrheitlich lutherisch geprägter Gemeinden bewahrt.

www.ekbo.de

 

Nach 1961 wurde die Kirche faktisch in eine Ost- und in eine West-Region geteilt, grundsätzlich aber daran festgehalten, dass sie „als Kirche in Berlin-Brandenburg erhalten“ blieb. Trotzdem gab es eine Reihe eigenständiger Entwicklungen in beiden Regionen.

Im Jahre 1991 hat sich die Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg wieder vereint und musste eine Vielzahl an Problemen neu regeln - von der Zusammenführung oder Neustrukturierung der Arbeitsbereiche bis zur Vereinheitlichung des Dienst- und Arbeitsrechts. 2004 haben sich die Evangelische Kirche der schlesischen Oberlausitz und die Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg zur Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz vereinigt.

Das Verhältnis zwischen der „Großstadtkirche“ in Berlin und den mittel-, vor allem aber kleinstädtischen und dörflichen Kirchengemeinden in der Mark Brandenburg und der schlesischen Oberlausitz ist oft spannungsvoll und dennoch bereichernd- heute ebenso wie schon vor hundert Jahren. Manche Berliner Kirchenkreise wie Neukölln haben mehr Kirchenmitglieder als kleine Landeskirchen insgesamt; andererseits umfasst die dünnbesiedelte Uckermark ein größeres Gebiet als das Saarland.
 

Gestalt

Die EKBO hat rund 1,3 Millionen Mitglieder. Gegliedert ist sie in die vier Sprengel Berlin, Cottbus, Görlitz und Neuruppin. In 39 Kirchenkreisen sind die rund 870 Gemeinden der Kirche zusammengefasst.

Die Gemeinden sind die Zellen kirchlichen Lebens. Sie tragen nach der Grundordnung der EKBO die Verantwortung dafür, dass das Evangelium in Wort und Tat verkündigt wird. Die Gemeinden werden von gewählten Gemeindekirchenräten geleitet und erfüllen in der Bindung an Schrift und Bekenntnis und innerhalb der kirchlichen Ordnung ihre Aufgaben in eigener Verantwortung.
 

Bildung

Zu den verschiedenen Arbeitsbereichen gehören mehrere Bildungseinrichtungen, darunter evangelische Schulen, die in der Evangelischen Schulstiftung zusammengeschlossen sind, die Evangelische Fachhochschule Berlin, das Bildungswerk, die Evangelische Akademie sowie die Evangelische Medienakademie.

Eine der unverzichtbaren Aufgaben unserer Kirche ist der schulische Religionsunterricht . Er soll dabei helfen, mit Religionen und religiösen Angeboten kompetent umzugehen und als Orientierung für das eigene Leben zu erschließen.

In Berlin und in Brandenburg erlauben die schulgesetzlichen Regelungen an den staatlichen Schulen lediglich einen Religionsunterricht in Trägerschaft der Kirchen. Die dafür verfügbaren finanziellen Kapazitäten begrenzen die Erfüllung dieses Bildungsauftrags.

Nach wie vor steht das Angebot, Religionsunterricht als Teil einer Fächergruppe einzurichten, in die neben dem evangelischen und katholischen Religionsunterricht der Unterricht in Philosophie/Ethik und weitere religiös oder weltanschaulich bestimmte Fächer integriert werden.
 

Mission und Ökumene

Die EKBO pflegt lebendige Beziehungen zu evangelischen Kirchen in Nahost, Afrika, Ostasien, Kuba und Europa, die zumeist vom Berliner Missionswerk begleitet werden. Zu mehr als 15 lutherischen und presbyterianischen Kirchen in aller Welt bestehen offizielle, meist vertraglich geregelte Partnerschaften. Einen besonderen Schwerpunkt bilden die Beziehungen zur Diözese Breslau der Ev.-luth. Kirche Polens sowie zur Ev. Kirche der Böhmischen Brüder in Tschechien und der Slowakei.

Zugleich versteht sich die EKiBB als Teil der Ökumene in der Region. Sie ist die größte Mitgliedskirche im Ökumenischen Rat Berlin-Brandenburg und gewährt einigen fremdsprachigen Gemeinden Berlins Gastrecht in ihren Kirchengebäuden. Während der jährlichen Gebetswoche für die Einheit der Christen, aber auch zu weiteren Anlässen, versammeln sich Gemeindeglieder der EKBO mit anderen Kirchen und Gemeinschaften zu ökumenischen Gottesdiensten.
 

Diakonie

Charakteristisch für die EKBO ist die bedeutende Rolle der Diakonie. Etwa 48.000 hauptamtliche und zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in rund 1.070 Einrichtungen wie Behindertenstätten, Seniorenheimen, Beratungsstellen, Diakoniestationen oder Krankenhäusern. Dazu gehören z.B. die Stephanus-Stiftung in Berlin-Weißensee, das Ev. Johannesstift in Berlin-Spandau, die Samariteranstalten in Fürstenwalde, das Ev. Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin, die Hoffnungstaler Anstalten in Lobetal bei Bernau, das Ev. Jugend- und Fürsorgewerk sowie als Netzwerk 24 Regionale Diakonische Werke
 

Ausblick

Thematischer Schwerpunkt der EKBO, ihrer Synode und ihrer Gemeinden ist die missionarische Herausforderung angesichts einer zunehmenden Säkularisierung und Diasporasituation. Die bekannte Frage „wie wird jemand Christin oder Christ, wie bleibt sie oder er es“, ist im Kontext unserer heutigen Situation neu zu beantworten. Dies gilt ebenso für die Präsenz der Kirche in der Öffentlichkeit wie für das Christ Sein eines jeden Einzelnen. Gute Erfahrungen konnte die EKBO mit der Einrichtung von Wiedereintrittsstellen sammeln. Sie befinden sich zunächst im Berliner Dom, in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und in der Kreuzberger Heilig-Kreuz-Kirche.

Die vom Ökumenischen Kirchentag 20003 ausgegangenen Impulse haben die Landeskirche ermutigt, die geschwisterliche Gemeinschaft der Konfessionen und Denominationen zu vertiefen. Dies gilt für gemeinsame Vorhaben wir die Nacht der Offenen Kirchen und ebenso den Dialog über die Fragen, die z.B. durch die Charta Oecumenica aufgeworfen sind.

Die Neubildung der EKBO zum 1.1.2004 durch die Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg (EKiBB) und die Evangelische Kirche der schlesischen Oberlausitz (EKsOL) trägt neben der formalen Frage einer neuen Grundordnung auch die inhaltliche eines Zusammenwachsens des unterschiedlichen geschichtlichen Erbes der Regionen Berlin, Brandenburg und der schlesischen Oberlausitz in sich.

 

Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg schlesische Oberlausitz
Evangelisches Zentrum
Georgenkirchstr. 69, 10249 Berlin
Info-Telefon 24 344 121

E-Mail:    info(at)ekbo.de
Internet: www.ekbo.de

Gottesdienst z.B.
St. Marien-Kirche
Karl-Liebknecht-Straße, 10178 Berlin
sonntags 10.30 Uhr

Evangelisch-reformiertes Moderamen Berlin-Brandenburg

 

Teil der EKBO sind die deutsch- und französischsprachigen reformierten Gemeinden in Berlin und Brandenburg, die im evangelisch-reformierten Moderamen ihr eigenständiges Leitungsgremium haben. Sie sind als reformiertes Moderamen Gastmitglied im ÖRBB.

Durch Vereinbarung zwischen der Evangelisch-Lutherischen Kirche Finnlands und der EKD gehört die finnischsprachige Seelsorge zur EKBO. Im ÖRBB hat die 859 Mitglieder zählende Gemeinde den Status eines assoziierten Mitglieds.

Evangelisch-reformiertes Moderamen Berlin-Brandenburg
Richardstr. 97, 12043 Berlin
Telefon: 687 25 39 und 66 93 00 99

www.reformierter-kirchenkreis.de

 

Reformierter Gottesdienst z.B.:
Evangelisch-reformierte Bethlehemsgemeinde
Richardstraße 97, 12043 Berlin
sonntags 10 Uhr

 

 

Finnische lutherische Gemeinde Berlin

Finnische lutherische Gemeinde Berlin
Pfarrer Kai Henttonen
 

FINNLAND ZENTRUM e.V.
Schleiermacherstr. 24a, 10961 Berlin
Tel.: (030) 78 18 189
Fax:  (030) 895 665 34

E-Mail: info(at)finnlandzentrum.de
Internet: www.finnlandzentrum.de

Gottesdienst einmal im Monat:
Passionskirche
Marheineckeplatz, 10961 Berlin-Kreuzberg

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