Niederländische Ökumenische Gemeinde

Zur Geschichte

Nachdem es bereits in den 30er Jahren eine niederländische Gemeinde in Berlin gegeben hatte, kam es nach dem II. Weltkrieg zur Neugründung der Niederländischen Ökumenischen Gemeinde (NÖG) durch die Theologin Bé Ruys. Ihr Schwerpunkt lag bei der pastoralen Arbeit unter ehemaligen Zwangsarbeitern aus der Zeit des Faschismus. Dabei spielte besonders die von Hendrik Kraemer geprägte niederländische Missionstheologie mit ihrer Betonung der Gemeinde und des Laientums eine wichtige Rolle.

Die Ökumenizität der Gemeinde

Diese Anfangsimpulse sind bis heute in der NÖG erkennbar: die Tradition des Antifaschismus und des Widerstandes gegen jede rassisch oder ökonomisch bestimmte Apartheid; der starke Bezug auf die ökumenische Bewegung, insbesondere auf die ‘Genfer Ökumene’; die Konzentration auf die von Laien geführte Gemeinde, die eine nicht-hierarchische Struktur im Sinne ökumenischer Basisgemeinden hervorbrachte.

Eine sparsame Liturgie, die lectio continua in der Predigt, der gleichrangige Gebrauch der alt- und neutestamentlichen Bücher weisen auf die reformierte Tradition hin.

Zwischen Ost und West

Die Existenz der NÖG beiderseits der Grenze zwischen Ost und West bewirkte, dass politische Reflexion Teil ihrer geistlichen Praxis wurde. Themen wie das Antirassismusprogramm, Ökonomie und Ökumene, der Konziliare Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung, neuerdings ein Anti-Mammon-Programm sind zentral für das Gemeindeleben.

Berlin

In den deutschsprachigen Gottesdiensten der NÖG versammeln sich 20 bis 40 Christinnen und Christen unterschiedlicher konfessioneller Herkunft.

Als die Grenze inmitten der Stadt für die Mehrzahl der Gemeindeglieder unpassierbar war, gewann das Hendrik-Kraemer-Haus als ökumenisches Gemeindezentrum im Westteil besondere Bedeutung. Es wird heute als ‘Ökumenische Herberge’ mit eigenem Arbeitsschwerpunkt verstanden. Gottesdienste in niederländischer Sprache werden hier mehrmals im Jahr vorbereitet.

Niederländische Ökumenische Gemeinde
Hendrik-Kraemer-Haus
Lindenstraße 85, 10969 Berlin

Tel.: 84 10 92 -60 (Büro)
Tel.: 84 10 92 -62 (Wohnung)
Fax: 84 10 92 -61

E-Mail: hkh-berlin@t-online.de
Internet: hendrik-kraemer-haus.de


Gottesdienst:

Jerusalem- / Neue Kirche
Lindenstr. 85, 10969 Berlin
am 2. und 4. Sonntag im Monat, 15.30 Uhr